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Reality
Wer sich in der heutigen mittlerweile weltweiten Aikido-Gemeinschaft umschaut, wird unzählige Verbände, Stile und Ansichten darüber finden, was denn richtiges Aikido sei.
Das Spektrum reicht dabei von ganz weichen, fast meditativen Formen hin bis zu harten Stilen, die den Kampfkunstcharakter und die Effizienz des Aikido in den Vordergrund stellen - ein einfach zu erklärendes Phänomen.
O-Sensei hat Zeit seines Lebens zu den verschiedenen Zeiten viele Schüler gehabt, die mehr oder weniger lange bei ihm waren und dementsprechend immer ein begrenztes und individuell geprägtes Verständnis des komplexen Themas Aikido erlangten.
Jene, die ihrerseits ebenfalls Lehrer wurden, setzten eigene Schwerpunkte und brachten ihre persönliche Note ein. Dieser Vorgang ist Teil des Aikido, findet mit jeder neuen Lehrer-Generation erneut statt und erklärt z.T. die Vielfalt der existierenden Stile.
Die größte in der Linie und Nachfolge von O-Sensei stehende Aikido-Organisation ist der Aikikai mit Sitz in Tokyo, heute bereits von Moriteru Ueshiba, dem Enkel des Begründers, geführt.
O-Sensei hat in seinen letzten Lebensjahren nur wenig unterrichtet, in der Regel eine Stunde täglich und das auch noch an verschiedenen Orten. Diese Stunden glichen mehr religiös/spirituellen Vorträgen.
Eine systematische Form des Unterrichts, wie wir sie heute kennen und praktizieren, gab es bei ihm nicht.
Diese wurde vor allem von seinem Sohn Kishomaru Ueshiba, Koichi Tohei und anderen Sempais, älteren Schülern und Weggefährten O-Senseis geprägt, die ihrerseits teilweise sehr durch Tempu Nakamura und dessen System des ShinShin Toitsu Do (eine Methode der Selbstheilung) beeinflusst waren.
Dank Stanley Pranin und seinem Aikido Journal wissen wir heute sehr viel mehr über Aikido und seine Entstehung als vor etwa 30 Jahren.
Aikido ist Aikido, es bedarf keiner Interpretation und trägt alles in sich, um seine Wirksamkeit entfalten zu können.
Aikido braucht auch keine glorifizierende oder aber auch veränderte Darstellung der eigenen Geschichte - es bedarf nur der Schüler und Schülerinnen, die denselben Wunsch nach Frieden verspüren wie O-Sensei, und die der spirituellen Seite des Aikido den Raum geben, der Aikido erst zu Aikido macht.
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